
Grizzly Bear
Veckatimest
(Warp/ Rough Trade)





»Our Haven on the southern point is calling us« – der wehmütige Opener des mittlerweile dritten Albums der vier bartlosen Brooklyner Grizzly-Bären ist wahrlich ein Augen- und Ohrenöffner. Aus der Kombination von raffinierten, mehrstimmigen Gesängen, Streicher- und Chorarrangements mit kunstvoll wabernden Keyboards, knurrenden E-Gitarren, hämmernden Pianoanschlägen, perlender Akustikgitarre, sparsam, aber punktgenau eingesetztem Bass und schleppendem Schlagwerk gelingen den Jungs um die beiden Hauptsongschreiber und Sänger Ed Droste und Daniel Rossen psychedelische Meisterwerke wie »Dory«, »Ready Able« oder »While You Wait For The Others«, die wie aus der Zeit gefallen wirken. Pop-Kleinode wie die sich ins Ohr schmeichelnde Doo-Wop-Nummer »Two Weeks«, die schon Monate zuvor im Web herumgeisterte, gibt’s obendrein als Bonus dazu. In ihrer melancholischen Grundstimmung und Weltabgewandtheit erinnern Grizzly Bear an die Spätphase der Beatles und den »Aquarius«-Geist der Hippiezeit und ihre komplexen Songs atmen die wilde Experimentierfreude des Psychedelic Rock der 60’s, allerdings ohne dessen im Drogenrausch entstandene destruktive Explosivität imitieren zu wollen. Kurzum: »Veckatimest« ist wohlüberlegt ganz großes Kino und vermutlich Grizzly Bears großer Wurf; ein wunderbar vielschichtiges Werk, das genau so wegweisend für die 00er Jahre werden könnte, wie es Radioheads »OK Computer« für die 90er war.
Frog
www.grizzly-bear.net< zurück