
Clark
Totems Flare
(Warp/ Rough Trade)





Aphex Twin war eigentlich immer der unangefochtene Held der elektronischen Musik. Plötzlich aber zieht eine mächtige Kaltfront auf, und es wird glatt auf dem Siegerpodest. Chris Clark, der seit geraumer Zeit auf seinen Vornamen verzichtet, hat nämlich seine Trilogie beendet und legt mit »Totems Flare« ein Album vor, das nahezu perfekt ist und nach wie vor den Warp-Sound der ersten Stunde repräsentiert. Es ist darüber hinaus die goldene Mitte seiner beiden Vorgänger »Body Riddle« und »Turning Dragon« und das heißt: Bis zur Unkenntlichkeit durch den Verzerrer gejagte Gitarren und Schlagzeuge, Soundsamples, Orgeln, die ein ums andere Mal unerwartete Euphoriemomente erzeugen und zum krönenden Abschluss ein ambienter Klangteppich, der einen langsam wieder zurück holt und die Vorfreude auf nachfolgende Alben bereits einläutet. Wie Clark es hinbekommt, dass seine zerhackstückelten Beats einem weder auf den Wecker gehen, noch nach billigen Happy-Hardcore-Produktionen klingen, bleibt sein Geheimnis. Am warpschen Firmament leuchtet ein Stern nun jedenfalls besonders hell.
Gf.o.M.
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