
Gonjasufi
A Sufi And A Killer
(Warp/ Rough Trade)





Im Hause Warp hat sich wieder etwas getan: Ein neuer Act, der den schwurbeligen Namen »Gonjasufi« trägt, veröffentlicht seine erste LP und nimmt uns mit auf eine verrückte Reise durch sämtliche musikalische Gefilde. Den Mann hinter dem Projekt zu greifen, ist ein ähnlich schweres Unterfangen, wie man das von den großen Unbekannten Burial oder Banksy kennt, denn obwohl man hier gleich dutzende Fotos an der Hand hat, sind die Sounds so überlappend und verschachtelt, dass man in manchen Momenten schlecht sagen kann, ob man noch horcht oder schon schlummert. Zu Titeln wie »Ancestors«, »SuzieQ« oder »Kowboyz&Indians« kann man sich wunderbar einen Quentin-Tarantino-Film vorstellen – sie wissen von HipHop und Soul ebenso wie von Westernmusik und offenbaren durch vertrackte Geräuschkulissen hindurch einen ungeheuren Groove. Mit »Candylande« werden die Sounds klarer, Gonjasufi lässt das Piano spielen und singt mit einer Stimme, die bisweilen an Raz Ohara erinnert. Mit »DedNd« beginnt ein euphorischer Abgesang, hinter vielen Filtern und einigen hübschen Bässen erkennt man bisweilen recht keckes Jaulen und Genuschel, das seinen glorreichen Höhepunkt im Hiddentrack findet. Während der allmählich ausgefadet wird, hat man Zeit, sich wieder in der Realität einzufinden, die plötzlich ungewohnt öde und kahl wirkt.
Gf.o.M.
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