
Efdemin
Chicago
(Dial/ Kompakt)





Efdemin mag den Club, das Tanzen und die Euphorie lieben, die Teile, aus denen seine Tracks sich zusammenfügen, sind indes nur selten solche, die man mit großem Rave oder dem Versprechen einer Party, die niemals aufhört, verbindet. Das selbstbetitelte Debütalbum von 2007 ließ sich am ehesten mit dem Etikett Deephouse versehen und war vor allem deswegen etwas Besonderes, weil es einzelnen kleinen Sounds Raum gab sich zu entwickeln und trotzdem hervorragend auf der Tanzfläche funktionierte. »Chicago« ist nun wie eine Reise, die von den großen House-Referenzen offenbar wenig wissen will, sondern stattdessen neue Möglichkeiten auslotet. Bässe drängen sich nicht auf, sondern sind sehr zurückgenommen im Hintergrund, sehr viele analoge Musikinstrumente tummeln sich dazwischen und lassen einen – warum auch immer – an New Orleans denken. Kickende und langsam tastende Sounds, Vocal-Samples wie man sie noch von »Back To School« im Ohr hat – »Chicago« ist bisweilen befremdlich, verzückt bei aller Langsamkeit aber mit so warmen Grooves, dass auch hier der Gang zum Dancefloor nicht schwer fällt.
Gf.o.M.
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